Brief
an die Parteien: Bitte um Stellungnahme
05.
August 2009
Das
Aktionsbündnis Alte Bäume hat sich zum Ziel gesetzt, die Wertschätzung für
große Bäume in der Bevölkerung und bei öffentlichen Stellen zu erhöhen und
dadurch einen verbesserten Schutz für große Bäume zu gewährleisten.
bedeuten
Erhalt der Heimat, prägen das Landschaftsbild, sind Teil der eigenen
Kindheit,
sind
ein lebendiges Zeichen unserer Geschichte und Kultur. Alte Bäume sind die
ältesten noch lebenden Lebewesen in unserer Umgebung, sind Zeitzeugen.
sind
für den Menschen lebensnotwendig zur Luftreinigung (Feinstaub),
Schallschutz, Verbesserung des Kleinklimas,
sind
Lebensraum für viele gefährdete Tierarten (Fledermäuse, Käfer...)
gehören zu den inneren Bildern des Menschen und sind eine Grundbedingung für die psychische Gesundheit im Sinne von wesentlichen psychischen Qualitäten von Verwurzelung, innerer Stärke und Vernetzung.
Der
Verlust großer Bäume im Landschaftsbild kann nicht mehr ausgeglichen werden.
Alles andere kann gebaut oder wiederhergestellt werden. Wenn in zwanzig Jahren
unsere Landschaft ausgeräumt ist,
wird kein Kind mehr wissen wie ein großer Baum aussieht.
Momentan
werden die letzten Hundertjährigen beseitigt. Die Einrichtung von Naturdenkmälern
ist lobenswert. Aber es kann nicht sein, dass Natur nur mittels aufwendiger behördlicher
Verfahren geschützt werden kann, die dann bei bestimmten Interessen doch durch
Ausnahmeregelungen (wie bei uns geschehen in Neuötting am südlichen Innweg)
umgangen werden können.
Es
gibt viele Menschen, denen es sehr zu Herzen geht, wenn ein großer Baum verstümmelt
oder beseitigt wird. Wir erleben ständig, wie Menschen sich bei uns beklagen,
dass sie nicht ernst genommen und
belächelt werden, wenn sie dies äußern. Menschen trauern um Bäume, die einst
ihren Weg begleiteten.
Wir
wünschen uns, dass Gefühle von Bürgern
ernst genommen werden und erwarten, dass Ämter dahingehend sensibilisiert
werden! Es kann nicht sein, dass man Menschen als Spinner abstempelt, die Mitgefühl
zeigen.
Der
Schutz alter Bäume ist ein Thema, das den Menschen angeht. Es ist nicht nur ein
Thema des Naturschutzes.
Wo
sind die Ansprechpartner für die Menschen, die darunter leiden, wenn Hundert
und Mehrjährige Bäume verunstaltet und die Natur so vergewaltigt wird.
Im
Gesetz wird jedem Menschen das Recht zugesprochen, die Schönheiten der Natur
genießen zu können. Welche Schönheit, es ist berechtigt, diese Frage zu
stellen.
Wo
kann man dieses Recht einfordern?
Was
wird dafür getan, den Menschen in seinem Urbedürfnis nach Erholung und
Naturschönheit zu schützen?
Wo
ist die Stelle, die entsprechende Klagen des Bürgers ernst nimmt?
Unsere
Fragen an Sie persönlich sind:
1.
Wie hat ihre Partei bei der Novellierung des Bundes Waldgesetzes gestimmt?
2.
Haben oder hätten sie der Novellierung zugestimmt?
3.
Würden Sie sich dafür einsetzen die Verkehrssicherungspflicht für
Waldbesitzer zu lockern?
4.
Würden Sie sich dafür einsetzen im Bundes Waldgesetz eine Definition ökologischer Mindeststandards in der
ordnungsgemäßen Waldwirtschaft fest zu schreiben?
5.
Die nationale Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung setzt sich als Ziel
bis 2020 5 % der Waldfläche
sich selbst zu überlassen, stehen Sie hinter dieser Forderung und mit welchen
Maßnahmen sollte dies erreicht werden?
Wir
erwarten
Als
wesentliche Punkte erwarten wir
Ø
eine Verbesserung der gesetzlichen Voraussetzungen
für den Einzelbaumschutz
Ø
im Bundeswaldgesetz: Die Herausnahme der Haftung für fahrlässiges
Verhalten des Waldbesitzers/Verantwortlichen
Es kann nicht sein, dass in der Rechtsprechung von Besitzern eines Baumes jede
Vorsicht und präventive Maßnahme verlangt wird, aber vom Menschen, der sich in
der Natur aufhält, kein entsprechendes Verhalten gefordert wird. Wie auch im
Straßenverkehr verlangt auch der Aufenthalt in der Natur vorsorgendes und
umsichtiges Verhalten.
Es
müsste ein Hinweis genügen: „Betreten auf eigene Gefahr“, um eine Haftung
für den Besitzer/Verantwortlichen auszuschließen.
Der
Mensch muss wieder in seiner Eigenverantwortung gefordert werden.
Respekt vor
der Natur als unseren Mitgeschöpfen und
Rücksicht
auf deren Bedürfnisse,
das wäre
menschenwürdig.
Für
das Aktionsbündnis Alte Bäume
Vertreten
durch
Hildegard
Greisinger (Landesbund für Vogelschutz, Agenda Burgkirchen)
Georg
Bonauer (Landesverband für Amphibien und Reptilienschutz Ortsgruppe Emmerting)
Birgit
Garnweidner (sano e salvo – bewusst gesund, Altötting)
Liane
Laschtuvka-Reyes (sano e salvo – bewusst gesund) Koordinatorin Aktionsbündnis
Seeor
9, 84570 Polling, Tel. 08631/164481; netzwerk@gesundheitsbildung-laschtuvka.de