Mexikanische
Gedanken zur Schweinegrippe -
aus der mexikanischen Tageszeitung "La Jornada"
Do,
29. Okt 2009
Von: Ulrich Kuehn
Pandemie
der Profitg(e)ier
Auf der Erde sterben jedes
Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz
geschützt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Auf der Erde sterben jedes
Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer
isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten. Und
den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Die Masern und andere mit
relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten haben jedes Jahr bei fast
10 Mio. Menschen den Tod zur Folge. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.
Aber als vor einigen Jahren
die famose "Vogelgrippe" ausbrach, überfluteten uns die globalen
Informationssysteme mit Nachrichten. Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende
Alarmsignale ausgegeben. Eine Epidemie, die gefährlichste von allen!
Eine Pandemie!
Die Rede von der
schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus.
Und trotz alledem, durch die
Vogelgrippe kamen weltweit "nur" 250 Menschen zu Tode. 250 Menschen in
zehn Jahren, das sind im Durchschnitt 25 Menschen pro Jahr. Die normale Grippe tötet
jährlich weltweit ca. 500.000 Menschen. Eine halbe Million gegen 25 !
Einen Moment mal. Warum wird
ein solcher Rummel um die Vogelgrippe veranstaltet?
Etwa, weil es hinter diesen
Hühnern einen "Hahn" gibt, einen Hahn mit gefährlichen Spornen ?
Der transnationale
Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig Millionen Dosen alleine in
den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich Tamiflu von zweifelhafter
Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung 14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die
Bevölkerung gekauft. Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden
Herstellern der antiviralen Produkte, milliardenschwere Gewinne eingespült.
Zuerst mit den Hühnern,
jetzt mit den Schweinen. Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe.
Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon. Jetzt redet niemand
mehr von der ökonomischen Krise, den sich wie Geschwüre ausbreitenden Kriegen
oder den Gefolterten von Guantanamo.
Nur die Schweingrippe, die
Grippe der Schweine?
Und ich frage mich ..., wenn
es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab, gibt es hinter den Schweinen ein
"großes Schwein"?
Was sagt ein
Verantwortlicher der Roche dazu?
"Wir sind sehr besorgt
um diese Epidemie, soviel Leid ...! Darum werden wir das wundervolle Tamiflu zum
Verkauf anbieten."
"Und zu welchem Preis
verkaufen sie das wunderbare Tamiflu?" "OK, wir haben es gesehen. 50
US $ das Päckchen." "50 US $ für dieses Schächtelchen
Tabletten?" "Verstehen Sie doch, meine Dame, die Wunder werden teuer
bezahlt." "Das, was ich verstehe, ist, dass diese multinationalen
Konzerne einen guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen .
Die nordamerikanische Firma
Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu.
Der größte Aktionär
dieser Firma ist niemand weniger als die verhängnisvolle Person, Donald
Rumsfeld, der frühere Verteidigungsminister der US-Administration George W.
Bushs, der Urheber des Irak-Krieges. Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben
sich die Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem
zweifelhaften Tamiflu.
Die wirkliche Pandemie ist
die Gier, die enormen Gewinne dieser "Gesundheitssöldner".
Wir sind nicht gegen die zu
treffenden Vorbeugemaßnahmen der einzelnen Staaten. Aber wenn die Schweingrippe
eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie von den Medien angekündigt wurde,
wenn die Weltgesundheitsorganisation um diese Krankheit so besorgt ist, warum
wird sie dann nicht zum Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von
Generika erlaubt, um sie zu bekämpfen? Das Aufheben der Patente von Roche und
Relenza und die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie
benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung.
Übermitteln Sie diese
Nachricht nach allen Seiten, so wie es mit Impfstoffen gemacht wird, damit alle
diese Seite der Realität dieser "Pandemie" erkennen.
Aus der mexikanischen
Tageszeitung "La Jornada"
Ulrich Kühn
UMWELT-INFO-NETZ TS/BGL Im Verteiler z. Zeit 287 Teilnehmer
Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden wollen,
bitte Mitteilung an ulrich.kuehn@gmx.de